Die Kirche zu Recknitz, um 1955











Nur 1½ km entfernt von Recknitz stoßen wir auf eines der kunstgeschichtlich bemerkenswertesten Bauwerke des Landes, das Schloß zu Rossewitz. Der Name ist slawischer Herkunft (= Nachkomme der Rosa).
1657 von dem bedeutendsten Meister der Barockzeit in Mecklenburg, Charles Philippe Dieussart, einem Hugenotten, für Generalmajor Vieregge erbaut. Niederländischer Frühbarock. Reiche Verwendung von Marmor und Sandstein.
Die Mauern der 15 m messenden Fassade unten 1,43 m, im zweiten Stock 1,08 m dick. Kräftige Eckquader, durch ein Mittelgesims geteilte Fassade aus verputztem Backsteinmauerwerk. Ähnlich wie bei den Schlössern in Gotha und Weißenfels sind ein volles und ein zur Hälfte vermindertes Geschoß übereinandergesetzt. Mittelpartie der Vorderfront von gequaderten Stockwerkpilastern eingefaßt und mit einem Dreiecksgiebel gekrönt. Die Eingangshalle ringsum mit einem dorischtoskanischen Fries umgeben. Die von Triglyphen eingeschlossenen Zwischenfelder abwechselnd mit Schilden und bindengeschmückten Schädeln von Opfertieren verziert. Bedeutendster Raum des Schlosses der Festsaal,er durchzieht den Mittelbau in der Höhe von zwei Stockwerken. Die Wandflächen mit gemalter Säulenarchitektur sind stark verwittert. In den anliegenden Zimmern gediegen ausgeführte Stuckdecken. Einziges Bauwerk dieser Art in Mecklenburg.
Restaurierungsarbeiten sind dringend erforderlich, da das Bauwerk durch die Kriegsereignisse stark gelitten hat.
Herrlich ist der alte Schloßpark mit schönem Baumbestand, durch den angenehme Wanderwege zurück nach Recknitz führen.

aus: Güstrow und seine Umgebung - Ein Wergweiser, Petermänken-Verlag Schwerin, 1955








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