Das Hünengrab bei Plaaz um 1955
 
vanDerner. medien & verlag - Torsten Nitsche
 

Dass sich selbst Mecklenburg dem Neumodernen nicht verschließen kann, merkt man spätestens am rot-weißen Schlagbaum, der das allzueinfache Befahren des kühlen Waldweges auf den "Gipfel" des Berges zu verhindern sucht. Für PKWs auch mit Erfolg! Der Grund für diese Wegsperre wird dem hartnäckigen Wanderer oder Radler dann aber schnell klar: die Radarstation Schmooksberg der Deutschen Flugüberwachung. Im Jahre 199X errichtet, ermöglicht die Anlage mit ihrer etliche Kilometer weiten Rundumsicht die Überwachung der Flugbewegungen des gesamten norddeutschen Luftraumes.

Die ehemals aus nördlicher Richtung (Drölitz) mögliche Zufahrt zum Schmooksberg ist heute einige hundert Meter 2-spurig ausgebaut. Die eine Spur führt duch Schlamm- und Schaglöcher zu einer Holzschranke, die wiederum ein Weiterkommen behindert. Die andere Spur - schwarzer Asphalt - endet am Eingang zum Kieswerk Schmooksberg der Firma Axel Borchert. Seit 199X werden hier jährlich ca. XXXX Tonnen Kies gefördert und an umliegende Abnehmer verkauft. Wegen der versteckten Lage und nur mäßiger Bewerbung ist das Werk aber wenig bekannt, so dass der Berg bestimmt noch einige Jahre seinen Kies liefern kann. Das ist auch gut so - die Mondlandschaften bekannter Groß-Kieswerke bleiben unserem Schmooksberg so hoffentlich vorerst erspart.
2008: Mittlerweile ist das Kontingent erschöpft und der Berg liegt mit einem riesigen Loch an seiner Nordflanke genau da, wo er immer lag, nur nicht mehr ganz so dick, wie er einmal war...

Ein wirklicher Blickfang im wirtschaftlichen Umfeld des Schmooksberges ist der Kempke-Hof. Nicht zuletzt deshalb, weil die Umzäunungen der weitläufigen Weideflächen des Gestüts nicht ganz dem üblichem landläufigen Stil entsprechen. Es grenzt schon an Schmerz, die rund- und glattgehobelten Pfähle in Reih' und Glied stehend einen Zaun darstellen sollend ansehen zu müssen! Hier hätte Nähe zur traditionellen Bauweise mit handgespaltenen Eichen-Stämmen und geschälten Fichten-Schlehten unbedingt Not getan. Schon diese Art der Ignoranz gegenüber traditioneller und landschaftlich ansprechender Zaunbaukunst lässt Stil und Arbeitsweise des "Einzäuners" erahnen!
An den teils unbewaldeten Südhängen des Schmooksberges, beiderseits der nach etlichen Jahren abenteulichen Zustandes nun endlich erneuerten Straße von Plaaz nach Tolzin gelegen, ist aus dem zugewucherten Bauernhof mit Scheune und LPG-Melkstand 'da bei Kempke' ein pseudo-schmuckes Anwesen mit modernen Stallungen und Wirtschaftsgebäuden geworden.

 







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